Die 10 besten Angelgewässer in Luxemburg
Luxemburg steht selten ganz oben auf der Wunschliste von Anglern, dabei hat das kleine Großherzogtum erstaunlich viel zu bieten. Drei internationale Flüsse — Our, Sauer und Mosel — prägen das Land und seine Fischerei. In den Ardennen stürzen klare Bäche durch Sandsteinschluchten und beherbergen wilde Bachforellen sowie rekordverdächtige Äschen. Weiter südlich öffnet sich die Mosel zu einem breiten, trägen Strom, in dem Zander von über drei Kilogramm lauern. Strenge Gewässerschutzmaßnahmen der FSHL (Fédération du Sport Haldéenstique Luxembourgeois) sorgen dafür, dass die Bestände gesund bleiben.
Die Our: Äschenparadies im Norden
Die Our bildet im Norden die Grenze zu Deutschland und gilt als Luxemburgs bestes Fliegenfischerwasser. Zwischen Ouren und Wallendorf fließt sie schnell und klar über Kalk und Quarzit, mit den Kiesbänken und sauerstoffreichen Kehrwassern, die Äschen so lieben. Im Herbst kommen Exemplare von 45 cm regelmäßig an den Haken, wenn die Fische unterhalb der Strömungswalzen spent Sedges aufnehmen. Für die Befischung braucht man neben dem luxemburgischen Angelschein eine schriftliche Genehmigung des örtlichen Verbandes. Die Äschensaison läuft vom 1. Juni bis 31. Dezember, Hochsaison ist von August bis November.
Die Sauer: Forellen und Döbel
Wo Our und Sauer bei Wallendorf zusammenfließen, verbreitert sich der Fluss und bildet längere, tiefere Rinnen. Oberhalb von Diekirch gedeihen Bachforellen prächtig, denn die Wassertemperatur überschreitet selbst im Juli kaum 18°C. Unterhalb der Stadt werden die Strömungen ruhiger, und Döbel, Barben sowie Brassen gesellen sich zu den verbliebenen Forellen. Die Strecke um Echternach nahe der deutschen Grenze produziert manche der größten wilden Bachforellen des Landes — Fische über 60 cm sind dokumentiert. Spinnfischer setzen hier auf kleine Wobbler, doch Nymphen- und Trockenfliegen-Angler haben in klaren Bedingungen häufig die Nase vorn.
Die Mosel: Zander und Weißfische
Die Mosel bildet Luxemburgs östliche Grenze von Schengen im Süden bis Wasserbillig im Norden. Sie ist kanalisiert und schiffbar — ein völlig anderer Charakter als die Bergflüsse. Zander sind der Star dieser Strecke: Auf Jigköpfe mit Gummifischen werden Exemplare bis 8 kg gefangen, vor allem entlang der Steinschüttungen. Bei Remich sammeln sich Brachsenschwärme in den ruhigen Buchten, und die gesamten 37 Kilometer der luxemburgischen Moselstrecke bieten hervorragendes Karpfenangeln. Nachtsitzungen bei Stadtbredimus bringen große Karpfen, und die gut ausgebaute Uferinfrastruktur mit Beleuchtung und festen Angelplätzen erleichtert auswärtigen Anglern die Organisation.
Étangs de Clemency: Stillwasser im Südwesten
Die Étangs de Clemency bei Bascharage bieten ein Netz aus gezielt für Friedfischangler angelegten Teichen. Karpfen bis 15 kg sind vorhanden, dazu Schleien, Rotfedern und Rotaugen. Die Tageskartenregelung gilt via FSHL, Barbhaken sind auf dem Hauptkarpfenteich Pflicht. Die Anlage eignet sich gut für einen Familienausflug, weil die Umgebung angenehm und der Zugang einfach ist.
Pêcherie du Lac: Forellenfischerei mit Garantie
Wer sicher etwas fangen möchte, ist an der Pêcherie du Lac nahe dem Lac de la Haute-Sûre richtig. Regenbogenforellen von durchschnittlich 1–2 kg werden hier regelmäßig ausgesetzt. Für Kinder und Einsteiger ist das Gewässer ideal. Im Hauptbecken des Stausees selbst lassen Wildbestände von Barschen, Hechten und Rotaugen auf sich warten — bestimmte Uferzonen sind mit FSHL-Schein befischbar.
Lac de la Haute-Sûre: Barsch und Hecht
Der Stausee Haute-Sûre umfasst rund 3,6 km² und wird vom oberen Sûre-System gespeist. Hechte bis 90 cm wurden von lokalen Anglern beim Befischen der versunkenen Baumlinien nahe Insenborn gefangen. Barsche stehen im tieferen Mittelbecken; vertikales Jiggen aus dem Boot in 8–12 m Tiefe bringt von Mai bis Oktober gute Fänge. Das steile, bewaldete Ufer schränkt den Bankzugang ein — ein Kajak oder kleines Boot verschafft klare Vorteile.
Étangs de Fischbach: Mischwasserfischerei im Müllerthal
Die Étangs de Fischbach liegen im Müllerthal, Luxemburgs „Kleiner Schweiz". Die quellengespeisten Weiher halten Karpfen, Schleien und Karauschen und werden deutlich weniger befischt als die südlichen Gewässer. Der Müllerthal-Wanderweg führt in der Nähe vorbei, weshalb Wander-Angel-Wochenenden bei belgischen und niederländischen Besuchern beliebt sind. In Niedrigwasserphasen ist das Wasser klar genug, um Karpfen beim Stöbern in den Flachwasserzonen zu beobachten.
Die Alzette: Forellen mitten im Grünen
Die Alzette durchquert Luxemburg-Stadt, doch oberhalb von Mersch hält der Fluss einen gesunden Wildforellenbestand. Die Strecke von Mersch nach Lintgen ist im April und Mai besonders ertragreich, wenn Eintagsfliegen-Schlupf die Fische an die Oberfläche bringt. Der begleitende Radweg macht den Zugang einfach, und das Alzette-Tal gehört zu den malerischsten Fliegenfischer-Kulissen der Benelux-Region.
Scheinpflicht und Vorschriften
Ausländische Angler benötigen zusätzlich zum luxemburgischen Schein den Nachweis einer gültigen Angelerlaubnis aus dem Heimatland. Für Salmonidenstrecken an Our und Sauer ist ein spezieller Lachsfischerschein erforderlich. Setzkescher sind auf den meisten Salmonidenstrecken verboten. Das Mindestmaß für Bachforellen beträgt 25 cm, an der Our 30 cm.
Die besten Jahreszeiten
Forellen und Äschen sind von April bis Oktober in Topform; bei atlantischem Tiefdruckwetter kann die Our im Hochsommer trüb werden. Die Zanderfischerei an der Mosel ist ganzjährig möglich, jedoch von September bis März am verlässlichsten. Karpfenangeln an den Stillgewässern lohnt von Mai bis November besonders in den warmen Sommernächten.
Auf der Karte
Luxemburgs Gewässer sind klein, aber fein — und jedes hat seinen eigenen Charakter. Unser interaktiver Karte zeigt alle Zugangspunkte an Our, Sauer und Mosel sowie die Stillwasserfischereien bei Clemency und Fischbach. Entdecken Sie Luxemburg auf der Karte und planen Sie Ihren Angelurlaub in einem der am meisten unterschätzten Reviere Mitteleuropas.