Die 10 besten Angelplätze in Madagaskar
Madagaskar liegt mitten im westlichen Indischen Ozean wie ein vergessenes Stück Kontinent — und genau das macht es zu einem der aufregendsten Angelziele der Welt. Die Ostküste der Insel fällt so steil ins Meer ab, dass Tiefseefische in Küstennähe auftauchen, die man sonst nur weit offshore findet. Im Landesinneren dagegen stürzen kühle Gebirgsflüsse von einem Hochplateau, das auf 1.500 Metern liegt, durch Reisfelder und Eucalyptushaine ins Tiefland. Kein anderes Land im Indischen Ozean vereint ozeanische Hochseeangeln und stilles Hochland-Fliegenfischen auf so engem Raum.
Riesenkofferfische bei Nosy Be
Die Korallenpässe zwischen Nosy Be und den umliegenden Inseln Nosy Tanikely und Nosy Komba gelten als eine der verlässlichsten Stellen für den Fang von Riesenkofferfischen — Caranx ignobilis — in Ostafrika. Beim Oberflächenködern mit großen Popbait-Ködern bei auflaufender Tide können Exemplare über 30 Kilogramm erwartet werden. Die meisten Angelführer nutzen traditionelle Pirogen, die flaches Riff ohne Motorenlärm anschleichen. Die Wassertemperaturen erreichen von November bis März 30°C; die ruhigsten See-Bedingungen herrschen von Mai bis Oktober.
Blauer Marlin und Segelfisch vor Toliara
Der Mozambiquekanal, der Madagaskar vom afrikanischen Festland trennt, ist ein Trichter für Köder- und Raubfische gleichermaßen. Charter-Schiffe ab Toliara laufen 40 bis 60 Kilometer aus, bevor der Grund auf über 1.000 Meter abfällt — hier beginnt die Revier des Blauen Marlins. Exemplare zwischen 150 und 400 Kilogramm werden auf Schleppleinen mit zugerichteten Makrelen und Skirt-Ködern gefangen. Segelfische erscheinen von April bis September in besonders großer Zahl, wenn der Südostpassat die Oberflächentemperatur in den mittleren 20er-Bereich drückt.
Wahoo-Saison bei Île Sainte-Marie
Die langgestreckte Insel Île Sainte-Marie, 50 Kilometer vor Madagaskars Ostküste gelegen, wird von Juni bis August von einem spektakulären Wahoo-Zug heimgesucht. Kältere Auftriebswasser vom Agulhasstrompfad treiben Köder gegen die Inselriffkanten, und die Wahoo folgen. Beim Hochgeschwindigkeitsschleppen zwischen 12 und 14 Knoten auf der Westseite der Insel werden Exemplare von 15 bis 25 Kilogramm regelmäßig gefangen. Das Riff der Insel beherbergt außerdem Zahnthunfische bis 60 Kilogramm.
Mangoky-Fluss im Hochland
Der Mangoky entwässert das zentrale Hochplateau südwestwärts zum Mozambiquekanal bei Morombe. In seinem mittleren Lauf finden sich Buntbarscharten, die nur in Madagaskar vorkommen, sowie Schlangenkopffische und verschiedene Tilapiaspezies. Im Trockenjahr von April bis Oktober läuft der Fluss kristallklar, was Sichtfischen vom Sandufer aus ermöglicht. Eine reguläre Angelinfrastruktur fehlt — Angler müssen Transportmittel ab Morombe organisieren und vor Ort mit Fischern und Landbesitzern verhandeln.
Gebirgsflüsse bei Antsirabe
Antsirabe, auf 1.500 Metern über dem Meeresspiegel gelegen, ist Madagaskars Kurstadt und der Ausgangspunkt für Forellenfischen im Hochland. Flüsse, die vom Ambohimahasoa-Gebirgszug Richtung Ambositra fließen, wurden in der Kolonialzeit von französischen Administratoren mit Bachforellen besetzt — ein Erbe, das bis heute lebendig ist. Die Fische sind mit 200 bis 400 Gramm bescheiden, doch die Kulisse aus Vulkangestein, Eucalyptus und rotem Laterit ist außergewöhnlich. Fliegenfischen mit kleinen Nymphen und Trockenfliegen funktioniert von Mai bis September am besten.
Riffangeln auf der Masoala-Halbinsel
Die Masoala-Halbinsel im Nordosten beherbergt Madagaskars größten Nationalpark — und damit auch Riffe, die kaum je vom kommerziellen Fischfang berührt wurden. Zackenbarsche bis 25 Kilogramm, Korallforellen und Kaiserempereur-Barsche leben in den Bombes vor Tampolo und Cap Est. Eine Forschungsgenehmigung ist für alle Angelaktivitäten innerhalb des Parks erforderlich; Quoten werden streng kontrolliert. Der Zugang erfolgt per Boot ab Maroantsetra, etwa zwei Stunden über die Bucht von Antongil bei ruhiger See.
Pangalanes-Kanalsystem
Der 665 Kilometer lange Pangalanes-Kanal verläuft parallel zur Ostküste Madagaskars und verbindet Lagune, Fluss und Feuchtgebiet zu einem einzigen komplexen Lebensraum. Er beherbergt endemische Süßwasserfischarten — darunter Madagassischen Barsch, mehrere Tilapia-Arten und Schlangenkopffische — in einer Vielfalt, die Spezialisten aus aller Welt anzieht. Kanuangeln mit lokalen Führern ab Manakara oder Vatomandry ist die authentischste Herangehensweise. Große Süßwasseraale werden von lokalen Fischern nachts mit Garnelenködern gefangen.
Blauwasserangeln am Cap d'Ambre
Madagaskars nördlichste Spitze, Cap d'Ambre, liegt dort, wo Mozambiquekanal und Indischer Ozean aufeinandertreffen. Die daraus entstehenden Auftriebe tragen von September bis November riesige Mengen von Boniten und Gelbflossenthunfischen an die Oberfläche. Charter-Schiffe aus Diego Suarez (Antsiranana) laufen 120 Kilometer nordwärts entlang roter Sandsteinklippen, um das Cap zu erreichen. Gelbflossenthunfische bis 80 Kilogramm sind keine Seltenheit; vereinzelte Pazifische Blauflossen-Thunfische wurden von Forschern der Wildlife Conservation Society in diesen Breiten dokumentiert.
Auf der Karte
Madagaskars Angelgründe reichen von den Korallenriffen Nosy Bes im Nordwesten über die kühlen Hochlandflüsse um Antsirabe bis zu den Hochseegewässern vor Toliara. Wer die Vielfalt auskosten möchte, plant am besten entlang der interaktiven Karte — und entdeckt Madagaskar auf der Karte, um Küste und Hochland miteinander zu verbinden.