Die 10 besten Angelplätze in Schweden
Kaum ein Land belohnt reisende Angler so wie Schweden. Allein der Stockholmer Schärengarten zersplittert in rund 30.000 Inseln, das Binnenland zählt fast 100.000 Seen, und nördlich des Polarkreises weigert sich die Junisonne schlicht unterzugehen, sodass der Abendsprung die ganze Nacht dauert. Dazu kommen das Jedermannsrecht, das freies Umherstreifen erlaubt, ein günstiges, digitales Lizenzsystem und Fische vom Meterhecht bis zur 10-Kilo-Meerforelle. Diese zehn Gewässer zeigen die ganze Bandbreite.
Der Stockholmer Schärengarten
Die Brackwasser-Ostsee rund um Stockholm gehört zu den besten Hechtrevieren der Welt. Der Salzgehalt ist so niedrig, dass Hecht, Barsch und Zander zwischen den Schären prächtig gedeihen, und Fische über einen Meter werden in jeder Saisonwoche gefangen. Frühling und Spätherbst sind Hochsaison, wenn die großen Rognerinnen vor dem Laichen in flachen Buchten stehen. Guides starten mit schnellen Booten ab Stockholm, Nynäshamn und Vaxholm und werfen große Gummifische und Jerkbaits entlang der Schilfkanten. Das Beste: Das Angeln mit der Handangel ist entlang der gesamten Ostseeküste frei — ganz ohne Schein.
Mörrumsån, Blekinge
Der Mörrum ist Schwedens geschichtsträchtigster Fluss. Das Kronolaxfisket im Ort Mörrum verwaltet die Fischerei seit 1941, und die Saisonpremiere am letzten Märzwochenende ist ein nationales Ereignis, bei dem Angler im frostigen Morgengrauen ihre Strecken losen. Die Meerforellen hier sind wahre Brocken — Fische über 10 Kilo werden fast jedes Jahr gelandet —, und der Frühjahrsaufstieg bringt blanke Lachse weit jenseits von 15 Kilo in Pools wie den Kungsforsen. Das Fliegenwasser ist klassisch und anspruchsvoll, mit starker Strömung und tiefen Zügen. Strecken früh buchen — die berühmten Pools sind Monate im Voraus vergriffen.
Kaitum und die Äschenflüsse Lapplands
Nördlich des Polarkreises halten die Flusssysteme von Kaitum, Torne und Lainio Äschen in Größen, von denen die meisten Mitteleuropäer nur träumen — Fische von 50 Zentimetern und mehr nehmen Trockenfliegen unter der Mitternachtssonne. Die Saison läuft etwa von Mitte Juni bis Anfang September, und im Hochsommer kann man rund um die Uhr fischen. Hubschrauber-Camps wie Miekak im Fjäll von Arjeplog setzen zusätzlich wilde Saiblinge auf die Karte. Die Mücken sind im Juli erbarmungslos — Kopfnetz einpacken und die windigen Kiesbänke befischen.
Vänern und der Gullspång-Lachs
Der Vänern, mit 5.650 Quadratkilometern größter See der EU, beherbergt Binnenlachse und Forellen des berühmten Gullspång-Stamms, die mit einer Diät aus Kleinen Maränen auf über 15 Kilo abwachsen. Geschleppt wird vor allem im Frühjahr und Spätherbst ab Häfen wie Mariestad und Kristinehamn. Dazu bietet der See im Schärengebiet um Lurö hervorragendes Hecht- und Zanderangeln. Der Vänern ist großes Wasser, das Respekt verlangt — plötzliche Winde türmen steile Wellen auf —, doch ein geführter Tag kann hier den Lachs des Lebens bringen, ohne je das Meer zu sehen.
Gotlands Meerforellenküste
Die Kalksteininsel Gotland bietet das vielleicht beste Ufer-Meerforellenangeln Europas. Von Oktober bis April waten Angler über felsige Flachs und Strömungskanten, fischen Blinker und Streamer, und mehrere Fische über 60 Zentimeter pro Session sind realistisch. Die Ostküste um Östergarn und die Südspitze bei Hoburgen sind klassische Strecken. Das Küstenfischen ist frei, doch gelten Schonzeiten an der Nordküste und Schutzzonen vor den Flussmündungen während der Herbstlaiche — die Angelläden in Visby halten aktuelle Karten bereit.
Byskeälven und die Ostsee-Lachsflüsse
Die wilden Lachsflüsse von Västerbotten und Norrbotten — Byskeälven, Åbyälven und der mächtige Kalixälven — haben sich spektakulär erholt; Zehntausende Lachse steigen inzwischen jeden Sommer auf. Der Byske ist am zugänglichsten: ein Waldfluss mit gut markierten Pools, Camping-Plattformen und großzügigem Lizenzsystem. Der Hauptaufstieg läuft von Mitte Juni bis Ende Juli, Fische zwischen 8 und 15 Kilo sind normal. Spinn- und Fliegenfischer teilen sich die meisten Strecken, und dank des langen nordischen Tageslichts beißt es oft am besten gegen Mitternacht.
Åsnen und die Seenplatte von Småland
Südschwedens Seenplateau ist Hecht- und Zanderland. Der Åsnen, teilweise Nationalpark, ist ein flaches, inselübersätes Labyrinth, in dem das Hechtangeln die ganze Saison über stark bleibt; die Nachbarseen Bolmen und Möckeln fischen ähnlich. Die Region ist zudem mit bewirtschafteten Put-and-Take-Gewässern gespickt — Butorp Ädelfiske besetzt Waldteiche mit Regenbogenforellen, und familienfreundliche Anlagen wie Snogeholm Fritid unten in Schonen verbinden einfaches Angeln mit Kanuverleih und Hütten. Mit Slipanlagen und Campingplätzen überall ist dies die ideale Region für den ersten Angelurlaub mit Kindern.
Saiblinge im Vättern und die Tiefwasser-Spezialisten
Der glasklare Vättern ist ein wunderbar eigenartiges Gewässer: ein Eiszeitrelikt, in dem Saiblinge in 30 Metern Tiefe und mehr patrouillieren, daneben kapitale Seeforellen und ein Rest-Lachsbesatz. Einheimische schleppen mit Downriggern oder jiggen vertikal über tiefen Kuppen; die Saiblinge wiegen im Schnitt ein Kilo, Fische über drei werden jährlich gefangen. Das Eisangeln auf Saibling vor der Insel Visingsö ist eine geliebte Wintertradition, wenn die Bedingungen es zulassen. Das Wasser ist so klar, dass Fluorocarbon-Vorfächer und kleine Löffel messbar mehr Bisse bringen.
Fiskekort, Saisonzeiten und Praktisches
Schweden macht die Logistik leicht. Die fünf großen Seen — Vänern, Vättern, Hjälmaren, Mälaren und Storsjön — sowie die gesamte Ostseeküste sind für das Angeln mit Handgerät frei. Überall sonst kauft man ein Fiskekort, die lokale Angelkarte, meist online in zwei Minuten für 10 bis 20 Euro pro Tag. In den nördlichen Fjällgebieten gilt das System der staatlichen Karten für riesige Wildnisflächen. Die Saison zählt: Hecht läuft im April/Mai und Oktober/November am besten, Lachs von Juni bis August, Meerforelle an den Küsten von Oktober bis April, Äsche von Juni bis September. Lokale Regeln prüfen — Mindestmaße und Laichschutzgebiete variieren von Gewässer zu Gewässer.
Auf der Karte
Vom Mitternachtssonnen-Camp in Lappland bis zum Märzmorgen am Mörrum bietet Schweden ein Anglerleben in einem einzigen langgestreckten Land. Öffnet die interaktive Karte mit Flüssen, Schären-Startplätzen, Put-and-Take-Seen und Lizenzgebieten, und zoomt auf Schweden auf der Karte, um die eigene Top-Ten-Liste vor der nächsten Saisonpremiere zusammenzustellen.