Die 10 besten Angelplätze in Thailand
Der erste Run eines Mekong-Riesenwelses fühlt sich weniger nach Fisch an als nach einem Lastwagen, der sich versehentlich in die Geflochtene eingehängt hat. Thailand gehört zu den ganz wenigen Ländern, in denen man vormittags mit Fischen jenseits der 100-Kilo-Marke kämpfen, mittags an der Garküche essen und am nächsten Morgen vor Kalksteininseln auf Segelfisch schleppen kann. Zwischen den berühmten Monsterfisch-Seen rund um Bangkok, den Dschungel-Stauseen im Westen und den Blauwasser-Revieren der Andamanensee bündelt das Königreich eine absurde Vielfalt auf engem tropischem Raum.
Bungsamran Lake, Bangkok
Der Bungsamran am östlichen Stadtrand von Bangkok ist vermutlich der bekannteste Monsterfisch-See Asiens. Aus einem alten Zuchtteich entstanden, beherbergt er heute Mekong-Riesenwelse, die regelmäßig 30 bis 80 Kilo wiegen — Fische über 100 Kilo werden jede Saison gehakt —, dazu Haiwelse und Siam-Karpfen. Geangelt wird meist von Bambus-Bungalows über dem Wasser, mit einem Futterballen aus fermentierter Reiskleie um den Haken. Drills an schwerem Posengerät dauern oft 30 bis 45 Minuten, und spätestens am Nachmittag brennen die Unterarme. Tageskarten, Leihgerät und Guides gibt es direkt vor Ort — ein leichterer Einstieg in Thailands Großfischwelt ist kaum denkbar.
Gillhams Fishing Resorts, Krabi
Vor einer Kulisse aus dschungelbewachsenen Karstfelsen bei Krabi liegt Gillhams, die erste Adresse für Arapaima in Thailand. Der See hat Arapaimas deutlich über 150 Kilo hervorgebracht, dazu Siam-Karpfen nahe Weltrekordgewicht, Knochenhechte und Rotflossen-Antennenwelse. Das Resort arbeitet mit strikten Regeln: nur Schonhaken, Guide bei jedem Drill — denn das knochige Maul und die brutalen Kopfschläge eines Arapaimas verzeihen keine Fehler. Günstig ist das nach thailändischen Maßstäben nicht, doch wer den Fisch seines Lebens in komfortabler Umgebung sucht, reist selten enttäuscht ab.
Jurassic Mountain Resort und die Seen von Hua Hin
Drei Stunden südlich von Bangkok hat sich die Gegend um Hua Hin zur Hauptstadt der Besatzseen entwickelt. Das Jurassic Mountain Resort and Fishing Park hält über 40 Arten, darunter Siam-Karpfen über 100 Kilo, Arapaima, Chao-Phraya-Welse und Süßwasser-Stechrochen. Kleinere Anlagen wie die Hua Hin Fishing Lodge bieten entspannte Halbtagessessions, ideal für Familien oder Angler mit nicht fischender Begleitung, denn Strand und Nachtmärkte liegen nur Minuten entfernt. Von November bis Februar sind die Temperaturen für lange Tage am Ufer am angenehmsten.
Phukets Angelparks und die Charterboote von Chalong
Phuket ist die Insel, auf der sich Thailands Süß- und Salzwasserwelt begegnen. Im Inselinneren bieten der Phuket Fishing Park und der Chalong Fishing Park überdachte Plätze am Teich, an denen Anfänger binnen Minuten kampfstarke Pacus, Welse und Barramundis haken — Big Game Kathu 89 beim alten Zinnminen-Distrikt ist ein weiterer Lokalfavorit. Unten an den Piers der Chalong Bay laufen täglich Dutzende Charterboote Richtung Racha Yai und Racha Noi aus: Beim Schleppen steigen Wahoo, Goldmakrele und Segelfisch ein, beim Jiggen über den Kanten Riesenmakrelen (GT) und Hundszahn-Thune.
Cheow Lan Lake im Khao-Sok-Nationalpark
Der Cheow Lan ist der wohl schönste Ort, an dem man je einen Köder werfen wird: ein 165 Quadratkilometer großer Stausee aus den 1980er-Jahren, gespickt mit Kalksteintürmen, die Hunderte Meter senkrecht aus dem Wasser ragen. Angler übernachten in schwimmenden Floßhaus-Bungalows und fischen in Dämmerung und Morgengrauen auf Riesen-Schlangenkopf, Hampala-Barbe und Dschungelbarsch zwischen versunkenem Holz. Popper gegen die Felswände zu werfen, während Gibbons im Wald rufen, ist das Dschungelangel-Erlebnis Thailands schlechthin. Zugang besteht über den Pier am Ratchaprapha-Damm bei Khao Sok.
Srinakarin-Damm und Khao-Laem-Stausee
Die Provinz Kanchanaburi westlich von Bangkok, entlang der Grenze zu Myanmar, verbirgt zwei riesige Dschungel-Stauseen. Der Srinakarin-Damm ist Thailands bekanntestes Gewässer für Riesen-Schlangenkopffische: Fische über 10 Kilo attackieren dort Oberflächenköder zwischen geflutetem Wald, dazu kommen Dschungelbarsche und Hampalas. Der Khao Laem weiter nördlich bei Sangkhlaburi fischt ähnlich, sieht aber deutlich weniger Angler. Beide Seen sind Expeditionsreviere für mehrere Tage: Man schläft auf Floßhäusern, fährt im ersten Licht mit Longtail-Booten hinaus und wirft, bis die Handgelenke streiken. Die Trockenzeit von Dezember bis April bringt die stabilsten Wasserstände.
Pattaya und die Ostküste
Pattaya ist eher für sein Nachtleben bekannt, doch die Angelszene ist echt. Der Jomtien Fishing Park südlich des Hauptstrands besetzt seine Teiche mit Mekong-Riesenwelsen, Haiwelsen und Barramundis — entspannt, mit Restaurants im Rücken. Draußen auf dem Golf laufen Charterboote zu den Inseln Ko Larn und weiter Richtung Ko Si Chang, wo Cobias, Falsche Stachelmakrelen, Zackenbarsche und Barrakudas warten. Weil der Golf hier fast ganzjährig ruhig liegt, eignet sich diese Küste für alle, die einen Salzwassertag ohne lange Andamanen-Überfahrten wollen.
Die Big-Game-Reviere der Andamanensee
Von November bis April ist die Andamanensee vor Phuket, Khao Lak und Ko Lanta das zugänglichste Big-Game-Revier Südostasiens. Mehrtägige Liveaboard-Touren laufen zu den Similan-Inseln hinaus, wo Seeberge Hundszahn-Thune, Gelbflossen-Thune, Segelfische und gelegentlich einen Schwarzen Marlin halten. Näher gelegene Bänke um Phi Phi und die Racha-Inseln lassen sich auf Tagestouren befischen. Schweres Popping- und Jigging-Gerät ist Standard, seriöse Charter stellen hochwertiges Tackle. Die spiegelglatte See der Hochsaison macht die Trips auch für gemischte Gruppen angenehm, die zwischen den Bissen schnorcheln wollen.
Saison, Regeln und Praktisches
Thailand kennt keinen nationalen Angelschein für Freizeitangler; kommerzielle Seen und Parks erheben Tagespreise, die meist Gerät einschließen, während Nationalparkgewässer wie der Cheow Lan Eintritt und einen lokalen Bootsführer verlangen. Die kühle Trockenzeit von November bis Februar ist fast überall die beste Phase, die heiße Zeit von März bis Mai verlangt frühe Starts, und der Südwestmonsun von Mai bis Oktober trifft vor allem die Andamanenküste, während Golf- und Süßwasserreviere weiterlaufen. Praktisch jedes seriöse Gewässer schreibt für die Riesenarten Catch and Release und Schonhaken vor — wer die Fische gut behandelt, bekommt die Fotos von ganz allein.
Auf der Karte
Thailand belohnt Angler, die eine Route statt eines einzelnen Ziels planen: Ein Monstersee bei Bangkok, ein Dschungel-Stausee und ein Andamanen-Charter passen bequem in zwei Wochen. Öffnet die interaktive Karte, auf der Angelparks, Stauseen, Piers und Charterhäfen im ganzen Land verzeichnet sind, und zoomt auf Thailand auf der Karte, um die eigene Zehn-Plätze-Route zu skizzieren.