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Die 10 besten Angelplätze in Nepal

Kaum ein Angler denkt an Nepal — und genau das ist der Punkt. Während Trekker am Everest Base Camp Schlange stehen, tragen die Flüsse unterhalb der höchsten Berge der Erde einen der grossartigsten Süsswasser-Sportfische überhaupt: den goldenen Mahseer, einen Barbenverwandten mit panzerartigen Schuppen, der die 25-Kilo-Marke überschreiten kann und zieht wie ein Güterzug. Dazu kommen Schneeforellen in den hohen Zuflüssen, Welse im Terai-Tiefland und Regenbogenforellen-Farmen an Himalaya-Hängen — Nepal ist ein echtes Angelziel, das sich hinter einem Trekkingprospekt versteckt.

Der Karnali — Nepals wildester Mahseer-Fluss

Der Karnali ist Nepals längster Fluss. Er entspringt nahe dem Kailash in Tibet und schneidet sich durch den abgelegenen äussersten Westen, bevor er ins Terai ausläuft. Seine unteren Schluchten, besonders um Chisapani, wo der Fluss die Berge verlässt, sind das klassische Revier für goldene Mahseer. Expeditionen befahren mehrtägige Abschnitte mit Raft-Unterstützung, campieren auf weissen Sandbänken und werfen schwere Blinker und Wobbler in die Nahtstellen zwischen grünem Wasser und Strudeln. Februar bis April und Oktober bis November, beidseits des Monsuns, sind die Fenster — während des Monsuns ist der Fluss ein unfischbarer brauner Strom. Fische über einen Meter werden fast jede Saison gefangen.

Der Babai — geschütztes Wasser im Bardia-Nationalpark

Der Babai fliesst durch den Bardia-Nationalpark, und die Strecke unterhalb der Babai-Brücke ist einer der wenigen Orte, an denen Mahseer-Fischen über Parkgenehmigungen geregelt wird. Die Belohnung für den Papierkram ist aussergewöhnlich: Man fischt Pools, in denen Sumpfkrokodile patrouillieren und wilde Elefanten zum Trinken kommen — ein Parkguide ist Pflicht. Catch and Release ist Regel, widerhakenlose Einzelhaken werden erwartet, und der Angeldruck liegt nahe null. Die Lodges in Thakurdwara organisieren Genehmigungen und Begleitung. Das ist Angeln als Safari.

Die Seen von Pokhara — Phewa, Begnas und Rupa

Pokhara ist Nepals zweitgrösste Stadt und sein Seengebiet. Im Phewa Tal, in dem sich das Annapurna-Massiv und der Fischschwanz-Gipfel Machhapuchhare spiegeln, fischen Einheimische auf Karpfen, Welse und eingeführte Tilapia; hölzerne Doonga-Boote sind günstig zu mieten, und vom Boot aus zu fischen ist die Standardmethode. Der ruhigere Begnas Tal, 15 Kilometer östlich, ist für ernsthafte Angler besser: weniger Verkehr, etablierte Käfigzuchten und gute Uferzonen für Karpfen im Morgengrauen. Das nepalesische Wort pokhari bedeutet schlicht Teich — kleine Dorf-pokhari sieht man überall, viele sind mit Karpfen besetzte Gemeinschaftsteiche.

Der Trishuli — Strassenzugang an der Kathmandu-Route

Der Trishuli läuft direkt neben dem Prithvi Highway zwischen Kathmandu und Pokhara und ist damit das am leichtesten erreichbare Mahseer-Wasser des Landes. Tagsüber dominieren Rafting-Firmen den Fluss, also fischt man früh und spät und konzentriert sich auf die tiefen Mündungspools — der Zusammenfluss mit dem Budhi Gandaki bei Benighat ist ein bekannter Standplatz. Die Mahseer bleiben hier kleiner als im äussersten Westen, aber ein Fisch von 5 bis 10 Kilogramm direkt an der Strasse ist realistisch, und zum Abendessen ist man zurück in Kathmandu.

Schneeforellen in den hohen Zuflüssen

Oberhalb von rund 1 500 Metern übernimmt die Asala oder Schneeforelle (Schizothorax-Arten). Sie ist keine echte Forelle, verhält sich aber wie eine: Sie steht im Pocketwater und nimmt kleine Spinner und Nymphen. Der obere Seti, der Modi Khola unterhalb des Annapurna-Heiligtums und der obere Kali Gandaki um Tatopani führen alle Asala. Einheimische fangen sie mit Handleinen und Wurfnetzen; eine leichte Spinnrute oder eine 4er-Fliegenrute ist ein Luxus, den diese Fische selten gesehen haben. Behandelt sie schonend — die Bestände stehen durch Staudämme unter Druck.

Regenbogenforellen-Farmen — eine Himalaya-Überraschung

Seit den 1990er-Jahren hat Nepal eine echte Regenbogenforellen-Industrie in den kühlen Hügeldistrikten aufgebaut. Rund um Kathmandu, in Kakani und Nuwakot, ziehen Betriebe wie die Forellenfarm am Murali Khola und eine Reihe von Anlagen entlang der Helambu-Strasse Regenbogenforellen in Betonrinnen auf, gespeist von Quellwasser mit 10 bis 15 °C. Viele sind zugleich Restaurants, in denen man seinen Fisch aussucht oder selbst aus dem Teich fängt — ein leichter Halbtagesausflug von der Hauptstadt. Am Phulchoki-Hang über Godawari liegen Forellenteiche im Eichenwald auf über 2 000 Metern. Wild ist das nicht, aber auf dem Teller mit Jhol-Curry sind die Fische hervorragend.

Der Rara-See — das abgelegene Juwel des Westens

Rara, Nepals grösster See mit 10,8 Quadratkilometern auf 2 990 Metern, liegt im Rara-Nationalpark im Distrikt Mugu — einen Flug zur Piste von Talcha und ein paar Stunden Fussmarsch entfernt. Drei endemische Schneeforellenarten leben hier und nirgendwo sonst auf der Welt. Das Fischen ist stark eingeschränkt und zeitweise ganz verboten; prüft die aktuellen Parkregeln, bevor ihr eine Rute mitnehmt. Für viele Besucher ist Rara ein Ort, um Fische über spiegelglattem Wasser unter Blaukiefern steigen zu sehen — nicht, um zu werfen. Kaum ein Gewässer wirkt derart unberührt.

Die Terai-Teiche und die Flüsse des Ostens

Das flache südliche Terai ist Nepals Aquakultur-Gürtel. Um Tarahara bei Dharan ziehen staatliche Forschungsteiche und Dutzende Privatfarmen Karpfen auf, und die Ostflüsse — das Koshi-System oberhalb der Staustufe — führen in den kalten Monaten Welse, Gounch (den riesigen Teufelswels Bagarius yarrelli) und Mahseer. Integrierte Höfe wie der Betrieb bei Panauti verbinden Fischteiche auf traditionelle Weise mit Viehhaltung. Dörfliche Brutanstalten liefern Setzlinge ins ganze Land, und viele empfangen Besucher, die höflich fragen.

Genehmigungen, Saisons und Praktisches

Nepal kennt keine landesweite Angellizenz, aber Nationalparks (Bardia, Chitwan, Rara) verlangen Angelgenehmigungen samt Guide, und einzelne Distrikte erheben Gebühren auf bestimmten Flüssen. Die Trockenzeiten — Oktober bis Anfang Dezember und Februar bis April — sind erste Wahl; das Winterwasser ist kalt und klar, und im April vor dem Monsun fressen die Fische hart. Bringt eigenes Gerät mit: gute Kunstköder, 20-30-lb-Geflecht und Ersatzdrillinge sind ausserhalb Kathmandus praktisch nicht zu kaufen. Eine mehrtägige Raft-Tour auf dem Karnali bucht man Monate im Voraus über Veranstalter in Kathmandu.

Auf der Karte

Von den abgelegenen Schluchten des Karnali bis zu den Forellenrinnen über Kathmandu: Jedes hier erwähnte Gewässer ist auf unserer interaktiven Karte verzeichnet. Messt Float-Distanzen, findet die Strassenbrücken, die als Einstiege dienen, und entdeckt die Dorfteiche zwischen den grossen Flüssen. Öffnet Nepal auf der Karte, richtet den Blick zu den weissen Gipfeln und plant die Mahseer-Reise, die euch zu Hause niemand glauben wird.